16. Mai 2017 Sarah Buddeberg, MdL

Antidiskriminierung kommt in Sachsen nicht voran / zum Internationalen Tag gegen Homo- und Trans*feindlichkeit

Jeden Tag werden überall auf der Welt Menschen diskriminiert, weil sie gleichgeschlechtlich lieben und leben. Frauen, die lieber mit Frauen, und Männer, die mit Männern zusammen sein wollen, erfahren immer noch viel zu oft Gewalt und Ablehnung, beispielsweise bei der Wohnungssuche, im Arbeitsleben oder in der eigenen Familie.

Auf diese unhaltbare Situation macht der Internationale Tag gegen Homo- und Trans*feindlichkeit am 17. Mai aufmerksam. Schließlich empfinden fast 20 Prozent der Bevölkerung Homosexualität als unnatürlich, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Die Folge: Auch hierzulande werden immer noch viel zu viele Menschen offen oder subtil wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert und angefeindet. Gleichzeitig befürwortet jedoch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland die rechtliche Gleichstellung von homo- und bisexuellen Menschen. Ob das Recht zu heiraten oder ein Kind zu adoptieren – der Antidiskriminierungsstelle zufolge werden die Menschen immer aufgeschlossener. Nur der Gesetzgeber hinkt diesen Vorstellungen hinterher.

Dazu sagt Sarah Buddeberg, Sprecherin für Gleichstellungs- und Queerpolitik der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

Leider bildet Sachsen da keine Ausnahme: Wo zum Beispiel bleibt der mehrfach von der Staatsregierung angekündigte Landesaktionsplan zur Vielfalt von Lebensentwürfen? Das Tempo, mit dem hier die Antidiskriminierung von homo- und bisexuellen sowie trans*- und inter*geschlechtlichen Menschen im Land vorangebracht werden soll, ist fast nicht mehr messbar – weil es einfach viel zu langsam vorangeht.

Doch selbst ein Aktionsplan hilft nur, wenn er konkret ist. Deshalb fordert unsere Fraktion im Landtag die Staatsregierung in einem Antrag (Parlaments-Drucksache 6/9601) dazu auf, geschlechtszuweisende, -angleichende und -vereindeutigende medizinische Eingriffe im Kindesalter zu verbieten. Sachsen muss hier endlich offen Stellung beziehen und zugleich die Rechte von LSBTTIQ* stärken. Dazu möchte ich auch am 17. Mai ab 17.30 Uhr beim Rainbowflash in der Prager Straße in Dresden aufrufen.

Kategorien: Gleichstellung

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